Chronik 1953 bis 1969
1953 Neugründung
Im Jahre 1953 gründen Hw. Herr Pfarrer Sprecher, Martin Zehnder, Karl Häni, Franz Hardegger und Alexander Werder die Katholische Pfadfinderabteilung Tänikon aufs Neue. Erster Abteilungsleiter (AL) ist Franz Hardegger/ Leu, Alex Werder ist Pfadileiter. Zu dieser Zeit führt Christoph Zünd/ Funke die Abteilungskasse und die Bekleidungsstelle.
Funke im Interview:«Unsere Übungen durften wir nur Sonntag nachmittags halten. Ich erinnere mich noch an die Lager Tannegg, Niederwies (je zwei Tage) und Ganterswil (drei Tage). Wir erlebten da sehr Lustiges und Schönes. Die Übungen und Lager, die wir mit Leuerlebt haben, werden uns allen sicher in Erinnerung bleiben. Ende 1955 musste Leu leider aus beruflichen Gründen die Abteilung abgeben. In seine Fussstapfen trat nun Tiger.»
Aus der Chronik ersehen wir, dass die Abteilung standgehalten hat und die Übungen auf Samstagnachmittag verlegt wurden. Erwähnenswert sind die Jubiläumswallfahrt nach Einsiedeln, der Besuch Kardinal Lercaros, das dreitägige Lager in Klingenzell und die
Fahnenweihe am 29. September 1957
Dank dem tatkräftigen Einsatz ihrer Kräfte und verschiedenen Spenden, darf die Abteilung eine St. Michaelsfahne ihr eigen nennen.
1958
Viele Pfader können auf das 4tägige Lager in Einsiedeln zurückblicken.
1959 Kantonaler Anlass in Tänikon
Am kantonalen Pfadertag in Tänikon treffen sich alle aktiven Pfader aus dem Thurgau zu einem Wettkampf. Ausserdem wird eine Wolfsstufe gegründet. Was waren die Argumente zur Gründung einer Wolfsstufe?
Das Dschungelbuch lehrt uns: Mogli lernte von seinem weisen Lehrer Balu alle Gesetze des Dschungels. Genauso steht es mit einem Knaben, der Pfadfinder werden will. Dieser muss auch zuerst alle Pflichten und Kniffe von einem alten Pfadfinder kennen lernen, der sie ihm in den verschiedenen Übungen beibringt. Auch ein Knabe der Wolfsstufe soll durch Sport, Spiel und Übungen behende und kräftig werden. Auch muss er seinen Weg im Leben finden können. Wenn er Erfolg haben will, muss er sich eine Sache gut überlegen. Er wird alles aufschnappen, was er irgendwie brauchen kann, denn es wird ihm in jedem Beruf helfen, den er später ergreift. Sein Erfolg hängt von ihm ab, nicht von seinen Eltern, Lehrern oder Führern.
Am 14. Februar führen die Wölfe «Der kleine Prinz» von Antoine de Saint-Exupéry anlässlich eines Familiennachmittags im Restaurant Hirschen in Ettenhausen durch.
1960
Unsere Leiter am 9. April
| AL | Alex Werder/ Tiger |
| Roverleiter | Urs Schneuwly |
| Pfadileiter | Christoph Zünd/ Funke |
| Wolfsleiter | Idi Hasler, Thomas Leutenegger, Edwin Kolb |
Für das zehntägige Sommerlager (So-La) wird Wonnenstein in Niederteufen ausgewählt.
1961
Organisation der Wolfsstufe:
- Meute Graubart mit den Rudeln Wolf, Tschill, Mogli, Baghira
- Meute Scharfzahn mit den Rudeln Kaa, Balu, Mang, Hathi
Die Rudel bestehen aus 6-8 Wölfen. An der Spitze jedes Rudels stehen der Leit- und der Hilfsleitwolf. Diese sind verantwortlich für ihr Rudel.
Die Pfader nehmen an einem 11tägigen So-La in Morgarten teil. Es regnet zwar in den erste Tagen in Ströhmen, dafür herrscht danach dauernder Sonnenschein.
Wochenprogramm So-La
| Mo | Anreise, Lagerbau | Mo | Nützliche Arbeit |
| Di | Lagerbau, Prüfungen | Di | Fähnlitag, Prüfungsarbeit der Venner |
| Mi | Ausflug ins Bundesbriefarchiv SZ | Mi | Vorbereitungen zum Abbruch, Lagerfeuer, Beförderungen |
| Do | Pfaditechnik (Pionier) | Do | Abbruch, Heimreise |
| Fr | Wanderung auf Rossberg |
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| Sa | Vorbereitung Besuchstag |
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| So | Besuchstag |
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Allgemeines Tagesprogramm
| 06.30 | Morgengebet, Waschen | 17.00 | Waschen, Fähnlibücher, Singen |
| 07.15 | Führerbesuch, Fahnenaufzug, Krankenvisite | 18.30 | Nachtessen |
| 08.00 | Morgenessen | 19.15 | Vennerhöck |
| 08.30 | Arbeit-/Spielbeginn | 20.15 | Abendprogramm |
| 12.00 | Mittagessen, Siesta | 21.15 | Nachtgebet, Krankenvisite |
| 14.00 | Wechsel Fähnliämter, Arbeit-/Spielbeginn | 21.30 | Nachtruhe |
In den folgenden Jahren erleben wir wieder einen Tiefstand. Unser AL Tiger tritt aus beruflichen Gründen zurück. Sieben Jahre war er AL der Pfadfinder St. Michael. In dieser Zeit hat er für die Pfaderidee in unserer Region viel gearbeitet und auch gelitten.
1962
Im Oktober übernimmt Christoph Zünd/ Funke die Abteilung. Bei diesem Anlass ist Hw. Herr Pfr. Sprecher das letzte Mal offiziell mit dabei und spricht den Pfadern neuen Mut zu. Ein Jahr später begleiten die Pfadfinder ihren Gründer zur letzten Ruhe. Hw. Herr Pfr. Sprecher gründete ausser der Pfadiabteilung St. Michael auch den Verband Katholischer Pfadfinder.
1963 Errichtung des Pfadiheims (Pfadihütte)
Kurze Zeit nach der Neugründung unserer Abteilung im Jahre 1953 wurde ein Heimfonds eröffnet, welcher durch unsere kläglichen Finanzen gespiesen wurde. 1963 beginnen die ersten ernsthaften Gespräche über das Projekt. Treibende Kraft ist Karl Häni/ Töff. Das Land oberhalb Ettenhausen (Killberg-Brandfohre), auf dem das Heim zu stehen kommen soll, stellen und die Geschwister Engeler aus Ettenhausen zur Verfügung. Am 2. September wird der Bauplan von der Ortsvorsteherschaft genehmigt. Bald darauf setzen die Bauarbeiten ein. Samstag für Samstag geben Pfader und Rover ihren vollen Einsatz. Hans Hasler/ Cim leitet die technischen Arbeiten. Töff besorgt uns die Elemente für das Heim. Verschiedene Fachleute stellen sich freiwillig zur Verfügung.
Im Oktober ist der Rohbau fertig. Für den Innenausbau erhalten wir von der Kistenfabrik Holz und dürfen Maschinen benutzen.
Im Frühling 1964
können wir bereits einziehen. Die Pfadihütte erstrahlt heute, 30 Jahre später, wieder in altem Glanz.
1965-68
Von den Jahren nach 1965 haben wir fast keine Unterlagen, deshalb hier eine Gruppenübung des Fähnlis Elch vom
1. November 1969
Aus der Fähnlichronik:«Antreten 13.30 Uhr beim Waldeingang Wittenwil. Am Besammlungsort waren nur Reh, Forsch und ich. Nach vergeblichem Warten auf die andern beschlossen wir, die Übung zu beginnen. Reh zog einen grünen, gut biegsamen Draht aus seiner Tasche. Er zeigte uns, wie man daraus einen Anhänger für das Hemd basteln kann. Mitten in der Arbeit stiessen Spatz und Fratz von der Gruppe Steinbock zu uns. Sie forderten uns auf, eine Seilbahn über den Bach zu bauen.
Als wir dort ankamen, hatten die andern bereits die nötigen Seile über den Bach gespannt. Reh musste die Seilbahn als erster testen. Fratz war der Zweite. Ich durfte sie dann von unten nach oben befahren. Als alle einmal gefahren waren, legten wir die Seile wieder zusammen und verabschiedeten uns mit dem Fähnliruf.» (Zwerg)
Reto Töngi v/o Radiesli



