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Chronik 1970 bis 1979

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1970

Werner Nater ist Abteilungsleiter der Abteilung Guggenbühl Aadorf.

Das Sommerlager der Abteilung Guggenbühl findet in Albinen bei Leukerbad statt. Das Motto ist aus den Berichten nicht ersichtlich, aber das Pfannenputzen kommt beinahe jeden Tag vor.

Der Pfadertag findet in Frauenfeld statt.

1972

Das Sommerlager der Pfader findet in Österreich bei Gwiggen (in der Nähe von Bregenz) statt. Auch wenn das Lager zusammen mit den Aadorfern (aus der Sicht der Tänikoner) durchgeführt wird, zählt das Lager gerade 9 Teilnehmer.

1973

Aufgrund Führermangels leitet Christof Zünd die Abteilungen Guggenbühl aus Aadorf und St. Michael Tänikon.

In der Chronik von Fähnli Büffel findet man für das Sommerlager am Schwarzsee in Fribourg nur eine Bemerkung mit einer Postkarte: Es ist kein Bericht vorhanden! Mann weiss nur, dass es immer geregnet hat. (Wenn das nicht alles aussagt...)

1974

Das Pfingstlager findet bei Heiligkreuz im Nollengebiet statt. Die Pfader sind mit den Velos unterwegs, und aus Pfadermangel wird ein Fähnli Bufftros aus der Taufe gehoben.

Die Pfader gehen nach Täuffelen am Bielersee ins Sommerlager.

1975

Das Sommerlager der Abteilung St. Michael wird in Täuffelen am Bielersee abgehalten. In einem Rückblick ist von einer Latrine mit einer Tiefe von mehr als zwei Metern die Rede. Eine Wunschweckaktion für die Pfader lässt alle Zweifel über die Zuverlässigkeit der Leiter verschwinden. So werden Pfader, die aus Jux 02.00 Uhr angegeben haben auch dann geweckt.

Der Zeitungsbericht der Regionalzeitung spricht von einem ergreifenden Weihnachtsspiel der Wölfe St. Michael. Die Wölfe bieten ein perfektes Theater nach dem Roman «Der vierte König».

1976 - Fusion

Am 9. April wird an der Elternversammlung der Doppelspurigkeit beider Abteilungen St. Michael Tänikon und Guggenbühl Aadorf ein Ende bereitet, was auch die Konkurrenzsituation beendet. Auch ein chronischer Führermangel in beiden Abteilungen zwingt zu diesem logischen Schritt. Gleichzeitig übernimmt Marcel Kopp/ Chrott die Leitung der neuen Abteilung St. Michael Aadorf-Tänikon.

Im April wird für die Venner ein Ausbildungswochenende durchgeführt mit einer Werbeaktion als Abschluss. Im Haselberg werden die verschiedensten Pfadibauten aufgestellt und Aktivitäten angeboten. Leider ereignet sich an diesem Werbetag ein schlimmer Unfall, als eines der Hochzelte zusammenbricht.

Das Fähnli Büffel wird neu eingerichtet. Venner wird Roman Engeler/ Eichhorn mit Robert Zehnder/ Ameise als Jungvenner.

Aus dem Sommerlager in Rodels (Dolmeschg) ist noch ein Ritterlied verewigt, welches über das Lagerprogramm einiges aussagt:

«In Rodels im Dolmeschgertal, 
Glaub Du mir, es war einmal
Da haben edle Ritter g'haust, 
denen hat's vor nichts gegraust.

So ein früh'rer Rittersmann, 
hatte so viel Eisen an.
Die meisten Ritter, ich muss sagen, 
hat deshalb der Blitz erschlagen.

Jeder Ritter, das ist bekannt, 
trug ein ganz blechernes Gewand.
Hat er sich ein Loch gerissen, 
hat's der Spengler löten müssen.

Meckerer gab's in alter Zeit, 
damals nicht so viel wie heut,
denn das Leben war damals schön, 
s'hat auch nichts zum Meckern geb'n.

Von Dolmeschg die Rittersleut, 
leb'n nicht mehr, seit langer Zeit.
Nur die Geister von denselben
spuken noch in den Gewölben.»

Auch die Wölfe führen wieder ein Sommerlager durch in Speicherschwändi in der Nähe von St. Gallen. Für die Eltern wird das Theaterstück «das tapfere Schneiderlein» eingeübt, was auch viele Eltern in das Lagerhaus Tobel zieht.

Am Kantonalen Pfadertag in Frauenfeld erreicht das Fähnli Büffel den 66. Rang von 70 teilnehmenden Fähnlis.

Im November werden für die Pfader Ateliers angeboten. Die Palette reichte von s/w-Photographie, Übermittlung, Seifenkisten- und Modellflugbau, bis zur Vorbereitung einer Elternunterhaltung.

1977 - ein neuer Name

Der Bestand der Abteilung sieht folgendermassen aus:

  • Leiter 7
  • Pfader 27
  • Wölfe 23

Gregor Jegge übernimmt die Leitung des Fähnli Büffel.

An der Generalversammlung vom 19. März wird der Name der fusionierten Knabenabteilung bestimmt. Es stehen drei Vorschläge zur Diskussion:

  • WATEGA (Anfangsbuchstaben der Gemeinden)
  • Aadorf Tänikon
  • Orion (das Sternbild deckt sich mit der Lage der Gemeinden im Einzugsgebiet der Abteilung)

Wie wir ja wissen, wird der Name ORION Aadorf-Tänikon gewählt. Im Jahre 1982 kommt die Abteilung auch zu einer eigenen Fahne.

Frau Höppli führt die Materialstelle der Abteilung ORION mindestens bis 1983.

Die Pfadfinder führen in Ritzingen/Goms ein zweiwöchiges Lager unter dem Motto Goldrausch im Wallis durch. Eine strikte Arbeitsaufteilung wird schon zu dieser Zeit betrieben. Ausschnitt aus einem Zeitungsbericht:

«Danach ging es ans Kochen. Das Feuer loderte hell auf und der Kochkessel wurde aufgesezt. Während die einen das Essen zubereiteten, verrichtete der Rest die Morgentoilette.»

Auch mit dem Wetter klappt es nicht so gut, muss das Programm doch immer wieder umgestellt werden. Trotzdem kann die Wanderung durchgeführt werden:

«Heute morgen wurden wir zwei Stunden früher als sonst geweckt. Schon jetzt wussten alle; heute geht's auf die 22 Km lange Höhenwanderung. In aller Eile wurden Schlafsäcke zusammengerollt und die Kleider angezogen. Darauf verbreitete sich die Nachricht, die Führer hätten keine Milch mehr auf Lager; doch wir glaubten es sei dummes Geschwätz. Die Bestätigung dafür erhielten wir jedoch, als unsere Fasser mit leeren Kochkesseln zurückkehrten. Alle wollten nun noch einmal den Schlafsack auspacken und noch ein Nickerchen machen, doch auf Geheiss des Venners kamen alle zur Vernunft. Endlich kamen die Führer mit kuhwarmer Milch. Endlich gab es feines Hafermus. Darauf fand ein kurzer Fahnenmast statt, noch einmal wurden die Profile der Wanderschuhe geprüft und Schokolade, Brot, Servelats und Äpfel gefasst.»

Die Wölfe führen ihr einwöchiges Sommerlager in Nunningen SO unter dem Motto Indianer durch.

Auch am diesjährigen Pfadertag schien es nicht zu klappen. Auszug aus der Rangliste:

  • Platz 38a Fähnli Fuchs
  • Platz 59a Fähnli Marder
  • Platz 65 Fähnli Albatros und Büffel

Die Wölfe erreichten den 19. Rang von 22 Teilnehmenden Rudeln

1978

Die Wölfe führen über Pfingsten eine Wanderung durch, deren Abschluss der Besuch des Pfaderlagers ist.

Am Georgstag wird ein grosses Geländespiel durchgeführt.

Im zweiten Quartal führt die Pfaderstufe einen Georgswettbewerb durch mit dem Ziel, die Fähnlitraditionen zu stärken. Bewertet werden Chronik, Wimpel, Ruf, Vorbereitungen, Kameradschaft und weitere Punkte. Es gibt zwei erstrangierte Fähnli: Büffel und Eichhorn.

In diesem Jahr führen die Wölfe ihr einwöchiges Wolfslager in Riom ganz in der Nähe der Pfader durch, die sich in Parsonz aufhalten. Es ist naheliegend, dass ein gemeinsames Lagerfeuer organisiert wird - Zitat aus diesem Lager:

Baghira zu Adler: «Häsch d'Füess scho gwäsche?»

Adler: «Wieso? Hämmer da hüt müese?»

In diesem Lager absolvieren auch folgende Venner den anspruchsvollen OP-Hike:

  • Adler und Simba
  • Blitz und Wiesel
  • Urs und Kauz

Die Abteilung ORION führt in den Orten Ettenhausen, Iltishausen, Guntershausen, Maischhausen und Aadorf Süd (hinter Bahnlinie) eine Papiersammlung durch. Dies ist die letzte Erwähnung einer solchen Aktion.

1979

Der Jahresbeitrag beträgt für Pfader 25.- und für Wölfe 18.-

Das Pfingstlager findet in der Region Haselberg statt und wird erstmals zusammen mit den Wölfen durchgeführt. Der Lagerbeitrag beträgt damals 15.- Fr.

Ein besonderer Anlass für die Leiter und Rover der Abteilung ORION ist die amerikanische Gastwoche im Juli 1979. Rund 32 Pfadfinder aus Übersee werden bei Gastfamilien der Abteilungen ORION und Hinterthurgau untergebracht. Dieser Kontakt bringt einige Freundschaften zustande und zeigt den Beteiligten die Internationalität der Pfadibewegung.

Als Beispiel hier das Pfadigesetz der Amerikaner (Stand 1972):

«Ein Pfadfinder ist zuverlässig, treu, hilfsbereit, freundlich, höflich, gütig, gehorsam, fröhlich, sparsam, tapfer, ehrfürchtig.»

Im gleichen Jahr führen die Pfadfinder ein Sommerlager in Kiental BE durch. Mit einer super Kullisse ist das Motte «Expedition Kiental» nicht weit hergeholt. Der Lagerbeitrag beträgt 125.- Fr., und das Lager startet am Montagmorgen um 05.45 Uhr. Die Leiter dieses Lagers sind Marcel Kopp, Werner Zehnder, Markus Schöb, Roman Engeler, Urs und Beatrice Thoma. Es nehmen insgesamt 24 Pfader daran teil.

Allgemeines Tagesprogramm in diesem Lager:
 

07.00

Tagwache

07.15

Morgentoilette, Küchenfähnli in die Küche (nach sep. Plan)

07.45

Morgenessen, anschl. Lagerodnung erstellen

08.30

Fahnenaufzug, Morgengebet, Mitteilungen anschl. Arbeitsbeginn gemäss Tagesprogramm

11.15

Rückkehr ins Lager, Küchenfähnli in Küche; gemeinsames Holzsuche mit Führeraufsicht; Holz hacken 

Evtl. Mittagsprogramm sofern genügend Holz

12.30

Mittagessen anschl. Lagerkiosk, Postverteilung, Ansichtskarten schreiben, ev. Fähnliprogramm

14.30

Arbeitsbeginn gemäss Tagesprogramm

17.30

Rückkehr ins Lager, Kochen, Spiel und Sport

18.30

Nachtessen

19.30

Abendprogramm gemäss Tagesbefehl, Spezialistenhöck

20.30

Fahneneinzug, Mitteilungen, Abendgebet

21.00

Nachtruhe, Lichterlöschen, Führerhöck

 

Als sportliche Höchstleistung gilt die zweitägige Wanderung auf die Blüemlisalp (2840m).

Bericht über den 1. August-Abend von Kauz:

«Während es langsam dämmerte, nahmen wir das Nachtessen ein, das aus Spätzli und Apfelmus bestand. Hastig wird noch schnell abgewaschen und die Küche in Ordnung gebracht. Hierauf setzten wir uns um den grossen Scheiterhaufen, der nach einigen erfolglosen Versuchen dann doch endlich zum Brennen kam. Leider waren unsere Singstimmen nicht richtig in Form (Es tönte, wie wenn einige Seeräuber nach mehreren Gläschen Rhum eine Hymne singen wollten). So sassen wir ohne viel "Gesang" ums lodernde Feuer und verspeisten unseren Fruchtsalat. Einige spielten ihre Sketche vor, die leider nicht viel Anklang fanden (die meisten waren schon bekannt). Da viele Pfader schon eingenickt waren, versammelten wir uns nun auf der naheliegenden Wiese, um unseres Feuerwerk anzuzünden. Erst jetzt kam so richtig Stimmung auf. Witze und Gelächter durchraunten die Menge, als sich unser Führer, Schlange, der die Raketen aus der Hand abzuschiessen versuchte, die Finger verbrannte. Am meisten Freude hatten wir an unseren kleinsten Raketchen, die ihr Ziel meistens am Boden statt in der Luft fanden, denn sie hatten zu wenig Schub, um sich in die Luft zu erheben. Nachdem noch einige Raketen den Horizont erleuchteten und einige Knaller die Leute in Schock versetzten, ging uns langsam die Munition aus. Zufrieden kehrten wir in unser Zeltlager zurück. Dabei fanden wir eine Rakete, die ihr Ziel auf einem Zeltdach fand und beinahe das Zelttuch zum schmörzeln brachte. Nach diesem schönen Abend legten wir uns befriedigt in die Betten.»

Am Pfadertag in Arbon wird eine Abteilungswertung mit folgenden Kriterien Durchgeführt:
 

Disziplin & Uniform Pfader und Wölfe

max 280 Punkte

Nachtruhe Pfader

max 80 Punkte

Lagerordnung Pfader Sonntag 07:30

max 90 Punkte

Disziplin während des Abendprogramms

max 90 Punkte

 

Diese Liste zeigt das Schwergewicht, das auf das Erscheinungsbild gelegt worden ist. (Die Abteilung ORION erreichte bei diesem Wettbewerb übrigens den 4. Platz mit 490 Punkten)

Hanspeter Frischknecht v/o Tschiggo